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Die 1. Digitalkamera - Qual der Wahl

Bei analoger Fotografie weiß ich ganz klar, was ich will, eine kleine Kamera zum Einschieben für zufällige Schnappschüsse und für geplante Aufnahmen eine Spiegelfreflex-Kamera mit vielen Einstellmöglichkeiten.

Aber was will ich für eine Digitalkamera oder anders formuliert, was will ich mit einer Digitalkamera vorwiegend fotografieren?

Ich bin ja noch nicht so sehr davon überzeugt, dass Digitalkameras bessere Fotos machen als „High-End“-Kameras im analogen Bereich. Die Fotos von Digitalkameras, die ich bis jetzt im Freundeskreis gesehen haben, konnten mich nicht sehr überzeugen. Bis jetzt habe ich mit Topmodellen von Contax, Rollei, Canon, Minolta oder auch Minox fotografiert und dazu natürlich oft auch die entsprechenden Objektive mitgeschleppt. Ich schreibe absichtlich „geschleppt“, denn ich weiß nicht, ob ich das in Zukunft noch will, da ich anstatt die besseren Festbrennweiten zu verwenden, immer mehr ein Universalzoom verwendete.

Je mehr ich nachdenke, um so mehr verstärkt sich meine Ansicht, dass ich lieber eine kleine kompakte Kamera dabei habe, die nicht so perfekte Bilder macht, die ich dafür aber wirklich dabei habe.

Was nützt die beste Kamera, wenn sie nicht verwendet wird oder verwendet werden kann?

Der Objektivwechsel in der Wüste ist genau so wenig angebracht wie der Fotokoffer beim Bergsteigen. Für wie viele Fotos, die ich mache, ist ein Spiegelreflexsystem wirklich notwendig? Was will ich unbedingt fotografieren können und worauf kann ich notfalls verzichten? Fragen über Fragen drehen sich in meinem Kopf.

Bei analogen Kameras sind für mich die Gestaltungsmöglichkeiten durch Blende und Verschlusszeit wichtig. Fotografieren geht für mich über „Dokumentieren“ von Situationen oder Orten hinaus, es ist für mich „Malen mit Licht“. Das Spiel mit Schärfe und Unschärfe ist wesentlicher Teil der Bildgestaltung. Der hohe Tiefenschärfebereich aufgrund der kleinen Sensorgröße bei vielen Digitalkameras erfordert jedoch ein Umdenken. Mangelnde Einstellmöglichkeiten erfordern es sich mit Motiv-Programmen auseinander zu setzen. Brauche ich z.B. bei eingeschränkten Gestaltungsmöglichkeiten wirklich manuelle Einstellmöglichkeiten von Blende und Zeit? Brauche ich wirklich einen optischen Sucher? Nutze ich einen externen Blitz mit einer kleinen Kamera oder muss ich mit dem eingebauten das Auslangen finden, da ich den großen Stabblitz sowieso meistens nicht dabei habe? Welche Situationen kann man durch Nachbearbeiten in den Griff bekommen?

Sicher bin ich mir nur darüber, dass die Anzahl der Megapixel für mich eine untergeordnete Rolle spielt. 3-4 MP reichen mir auch bei Beschneidungen der Fotos völlig für Papierfotos im 15er-Format oder bei der Betrachtung am Monitor. Leider kann man die Qualität einer Optik nicht so leicht in Zahlen fassen wie die Auflösung in Megapixel.

Konica Minolta Dimage Z2: Copyright 2005 Konica Minolta Business Solutions Europe - All rights reserved - http://www.konicaminolta-images.com/Ich denke, ich kann es nur ausprobieren und in der Praxis erkennen was ich für eine Digitalkamera will. Sicher wird es Situationen geben, wo ich mich ärgere, dass ich bestimmte Dinge aufgrund der technischen Möglichkeiten nicht fotografieren kann, andererseits würde ich aber auch viele Fotos nicht machen können, weil ich eine größere Kamera einfach nicht dabei habe.

Ich lese einige Erfahrungsberichte, sehe mir dort Originalfotos an und entscheide mich eine Konica Minolta Dimage Z2 zu bestellen. Sie ist für mich ein Kompromiss aus Größe und Einstellmöglichkeiten. In ihrer Klasse ist sie zur Zeit bei Konica Minolta das Topmodell und ich bin schon gespannt auf meine ersten Erfahrungen mit einer Digitalkamera. Im Test erhielt die Kamera ein „recommended“, das sich nicht schlecht anhört, aber urteilen muss ich natürlich selber und das kann man nur, wenn man eine Kamera in der Praxis verwendet. Jeder muss seine Prioritäten setzen, denn die Idealkamera gibt es nicht. In ein paar Tagen werde ich mehr wissen.